Claude Code einrichten: dein erstes eigenes Tool, ohne eine Zeile Code
Die größte Hürde beim Programmieren ist längst nicht mehr das Programmieren. Das übernimmt Claude. Die eigentliche Hürde ist das Setup, in ein paar Minuten erledigt. Hier ist der komplette Weg, Schritt für Schritt.
Kurz erklärt
Claude Code richtest du über die Claude-Desktop-App ein: Code-Tab öffnen, einen lokalen Projektordner wählen und in normalen Worten beschreiben, was dein Tool tun soll. Du brauchst ein bezahltes Claude-Abo und unter Windows zusätzlich Git, aber kein Terminal und keine Programmierkenntnisse.
- Zeitaufwand
- ca. 15 Minuten
- Schwierigkeit
- Mittel
- Geeignet für
- Selbstständige, Büroteams und alle, die ohne Programmierkenntnisse kleine Helfer bauen wollen
- Bereich
- Automatisierung
- KI-Aufgabe
- Kleine Tools bauen
Was kannst du mit Claude Code bauen?
Mit Claude Code beschreibst du in normalen Worten, was ein kleines Programm tun soll, und bekommst es gebaut, direkt auf deinem Rechner. Du brauchst kein Terminal und kein Vorwissen. In dieser Anleitung richten wir alles ein und bauen als Beispiel ein Tool, das einen Ordner überwacht und Bilder automatisch verkleinert und sortiert.
Was brauchst du für Claude Code?
- Ein bezahltes Abo. Claude Code ist in allen Plänen außer dem kostenlosen enthalten.
- Die Desktop-App. Lade sie von claude.com/download und melde dich mit demselben Konto an, mit dem du auch im Browser arbeitest.
Schritt 1Git einrichten (nur unter Windows)
Claude Code nutzt im Hintergrund Git, eine Versionsverwaltung. Für lokale Sitzungen unter Windows muss Git installiert sein. Auf dem Mac ist es meist schon vorhanden. Das prüfst du im Terminal mit:
git --version
Kommt eine Versionsnummer zurück, bist du fertig. Unter Windows lädst du Git von git-scm.com, installierst es mit den Standardeinstellungen und startest die Desktop-App danach einmal neu.
Schritt 2Den Code-Tab öffnen
Die Desktop-App hat oben drei Bereiche: Chat, Cowork und Code. Klick auf Code. Beim ersten Start lädt die App noch ein paar Komponenten nach. Das passiert automatisch, du musst nur kurz warten. Node.js oder ein separates Kommandozeilen-Werkzeug brauchst du dafür nicht, die Desktop-App bringt alles mit.
Schritt 3Den Projektordner festlegen
Leg dir vorher auf dem Rechner einen leeren Ordner an, im Beispiel nennen wir ihn Bildbearbeitung. Wenn du eine neue Sitzung startest, wählst du zwei Dinge:
- die Umgebung: hier Lokal, also dein eigener Rechner;
- den Projektordner: Klick auf „Ordner öffnen“ und wähle den eben angelegten Ordner aus.
In genau diesem Ordner arbeitet Claude Code: Dort liest und schreibt es Dateien und legt alles ab, was es baut.
Schritt 4Prompt zum Kopieren: beschreiben, was du brauchst
Jetzt kommt der eigentliche Teil. Beschreib in normalen Worten, was dein Tool tun soll. Für den ersten Versuch eignet sich eine Aufgabe, die du regelmäßig hast und die ein eigenständiges Programm auf deinem Rechner ergeben soll. Zum Beispiel:
Bau mir ein kleines Programm, das einen Ordner überwacht. Sobald ich ein Bild hineinlege, verkleinert es das Bild auf maximal 1200 Pixel Breite, benennt es mit Datum und laufender Nummer und legt es in einen Unterordner „bearbeitet“.
Das Ergebnis ist ein kleines Programm, das im Hintergrund läuft und dir immer wieder denselben Handgriff abnimmt. Gefällt dir etwas noch nicht, sagst du es einfach weiter, etwa:
Mach die maximale Breite zu 1600 Pixel und speichere die Bilder als JPG.
Wie viel Kontrolle willst du behalten?
Über den Modus legst du fest, wie selbstständig Claude Code arbeiten darf, und den wechselst du jederzeit per Klick. Am Anfang gilt: lieber mehr Kontrolle. So siehst du genau, was passiert.
Für dein erstes Tool bleibst du bei „Um Erlaubnis fragen“ oder „Änderungen akzeptieren“. „Berechtigungen umgehen“ schaltet alle Rückfragen ab und ist nur in einer abgesicherten Umgebung sinnvoll, nichts für den Einstieg.
Welches Modell und welche Denktiefe solltest du wählen?
Zwei Einstellungen sitzen direkt neben dem Eingabefeld: das Modell und der Aufwand-Regler. Fürs Programmieren ist Opus die erste Wahl, das leistungsfähigste Modell. Sonnet ist die schnellere Alternative, wenn es zügig gehen soll.
Der Regler Aufwand (Schneller ↔ Intelligenter) legt nicht das Modell fest, sondern wie tief Claude vor jeder Aktion nachdenkt.
Der Standard reicht für die meisten Aufgaben. Bei kniffligen oder größeren Aufgaben schiebst du den Regler eine Stufe Richtung „Intelligenter“. Das bedeutet gründlichere Arbeit, dafür etwas langsamer und höheren Verbrauch. Es gibt noch höhere Stufen für sehr große Aufgaben, die brauchst du am Anfang aber nicht.
Schritt 5Ausprobieren
Schick deinen Prompt ab und schau zu, wie Claude Code arbeitet. Prüf das Ergebnis, leg ein Testbild in den Ordner und sieh nach, ob es richtig verkleinert und einsortiert wird. Fang bewusst klein an: Eine überschaubare Aufgabe, die du gut kennst, ist der schnellste Weg zu verstehen, was möglich ist.
Kurz zum Datenschutz: „Lokal“ bezieht sich auf deine Dateien, die bleiben auf deinem Rechner. Was du Claude Code beschreibst und die Datei-Inhalte, die für die Aufgabe nötig sind, werden zur Verarbeitung an Claude übertragen (Server in den USA). Für interne oder sensible Daten solltest du das im Hinterkopf behalten und im Zweifel nur mit unkritischen Dateien arbeiten.
Das war’s: Du hast Claude Code eingerichtet und dein erstes eigenes Tool gebaut, ganz ohne Programmierkenntnisse. Ab hier ist die Frage nicht mehr „Wie geht das?“, sondern „Welcher wiederkehrende Handgriff aus deinem Alltag ist als Nächstes dran?“.
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Die Beschreibung für dein Tool kannst du vorab im KI-Chat von ConRat AI ausarbeiten, datenschutzkonform auf EU-Servern, und sie als Prompt-Vorlage speichern. Gebaut wird das Tool anschließend in Claude Code auf deinem Rechner.
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Brauche ich Programmierkenntnisse für Claude Code?
Nein. Du beschreibst in normalen Worten, was ein kleines Programm tun soll, und Claude Code schreibt den Code dafür. Wichtig ist, dass du das Ergebnis prüfst, zum Beispiel mit einem Testbild, und Änderungswünsche einfach im Chat weitergibst.
Ist Claude Code im kostenlosen Claude-Plan enthalten?
Nein. Claude Code ist in allen bezahlten Claude-Plänen enthalten, im kostenlosen Plan nicht. Außerdem brauchst du die Desktop-App, in der du dich mit demselben Konto anmeldest wie im Browser.
Muss ich für Claude Code das Terminal benutzen?
Nein, die Desktop-App bringt alles mit, auch Node.js brauchst du nicht. Unter Windows muss für lokale Sitzungen einmalig Git installiert sein. Auf dem Mac ist Git meist schon vorhanden, das Terminal brauchst du höchstens, um das mit „git --version“ zu prüfen.
Bleiben meine Dateien bei Claude Code auf meinem Rechner?
Die Dateien selbst bleiben im Projektordner auf deinem Rechner. Was du beschreibst und die Datei-Inhalte, die für die Aufgabe nötig sind, werden aber zur Verarbeitung an Claude übertragen, auf Server in den USA. Für sensible Daten arbeitest du deshalb im Zweifel nur mit unkritischen Dateien.
