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KI Use Cases #7

Claude Code einrichten: dein erstes eigenes Tool, ohne eine Zeile Code

Die größte Hürde beim Programmieren ist längst nicht mehr das Programmieren. Das übernimmt Claude. Die eigentliche Hürde ist das Setup, in ein paar Minuten erledigt. Hier ist der komplette Weg, Schritt für Schritt.

Mit Claude Code beschreibst du in normalen Worten, was ein kleines Programm tun soll, und bekommst es gebaut, direkt auf deinem Rechner. Du brauchst kein Terminal und kein Vorwissen. In dieser Anleitung richten wir alles ein und bauen als Beispiel ein Tool, das einen Ordner überwacht und Bilder automatisch verkleinert und sortiert.

Was du brauchst

  • Ein bezahltes Abo. Claude Code ist in allen Plänen außer dem kostenlosen enthalten.
  • Die Desktop-App. Lade sie von claude.com/download und melde dich mit demselben Konto an, mit dem du auch im Browser arbeitest.
Der ganze Weg auf einen Blick: von der Installation bis zum fertigen Tool.

Schritt 1Git einrichten (nur unter Windows)

Claude Code nutzt im Hintergrund Git, eine Versionsverwaltung. Für lokale Sitzungen unter Windows muss Git installiert sein. Auf dem Mac ist es meist schon vorhanden. Das prüfst du im Terminal mit:

Terminal · nur zum Prüfen (Mac)
git --version

Kommt eine Versionsnummer zurück, bist du fertig. Unter Windows lädst du Git von git-scm.com, installierst es mit den Standardeinstellungen und startest die Desktop-App danach einmal neu.

Schritt 2Den Code-Tab öffnen

Die Desktop-App hat oben drei Bereiche: Chat, Cowork und Code. Klick auf Code. Beim ersten Start lädt die App noch ein paar Komponenten nach: das passiert automatisch, du musst nur kurz warten. Node.js oder ein separates Kommandozeilen-Werkzeug brauchst du dafür nicht, die Desktop-App bringt alles mit.

Schritt 3Den Projektordner festlegen

Leg dir vorher auf dem Rechner einen leeren Ordner an, im Beispiel nennen wir ihn Bildbearbeitung. Wenn du eine neue Sitzung startest, wählst du zwei Dinge:

  • die Umgebung: hier Lokal, also dein eigener Rechner;
  • den Projektordner: klick auf „Ordner öffnen” und wähle den eben angelegten Ordner aus.

In genau diesem Ordner arbeitet Claude Code: Dort liest und schreibt es Dateien und legt alles ab, was es baut.

Schritt 4In normalen Worten beschreiben, was du brauchst

Jetzt kommt der eigentliche Teil. Beschreibe einfach, was dein Tool tun soll. Für den ersten Versuch eignet sich eine Aufgabe, die du regelmäßig hast und die ein eigenständiges Programm auf deinem Rechner ergeben soll. Zum Beispiel:

Dein erster Prompt, einfach kopieren
Bau mir ein kleines Programm, das einen Ordner überwacht. Sobald ich ein Bild hineinlege, verkleinert es das Bild auf maximal 1200 Pixel Breite, benennt es mit Datum und laufender Nummer und legt es in einen Unterordner "bearbeitet".

Das Ergebnis ist ein kleines Programm, das im Hintergrund läuft und dir immer wieder denselben Handgriff abnimmt. Gefällt dir etwas noch nicht, sagst du es einfach weiter, etwa:

Nachjustieren
Mach die maximale Breite zu 1600 Pixel und speichere die Bilder als JPG.

Wie viel Kontrolle willst du behalten?

Über den Modus legst du fest, wie selbstständig Claude Code arbeiten darf, und den wechselst du jederzeit per Klick. Am Anfang gilt: lieber mehr Kontrolle. So siehst du genau, was passiert.

Vom genauen Nachfragen bis zur vollen Autonomie: für den Start bleibst du in den ersten beiden Modi.

Für dein erstes Tool bleibst du bei „Um Erlaubnis fragen” oder „Änderungen akzeptieren”. „Berechtigungen umgehen” schaltet alle Rückfragen ab und ist nur in einer abgesicherten Umgebung sinnvoll, nichts für den Einstieg.

Modell und Denktiefe

Zwei Einstellungen sitzen direkt neben dem Eingabefeld: das Modell und der Aufwand-Regler. Fürs Programmieren ist Opus die erste Wahl, das leistungsfähigste Modell. Sonnet ist die schnellere Alternative, wenn es zügig gehen soll.

Der Regler Aufwand (Schneller ↔ Intelligenter) legt nicht das Modell fest, sondern wie tief Claude vor jeder Aktion nachdenkt.

Der Standard genügt für die meisten Aufgaben, eine Stufe höher hilft bei kniffligen Fällen.

Der Standard reicht für die meisten Aufgaben. Bei kniffligen oder größeren Aufgaben schiebst du den Regler eine Stufe Richtung „Intelligenter”: das bedeutet gründlichere Arbeit, dafür etwas langsamer und höheren Verbrauch. Es gibt noch höhere Stufen für sehr große Aufgaben, die brauchst du am Anfang aber nicht.

Schritt 5Ausprobieren

Schick deinen Prompt ab und schau zu, wie Claude Code arbeitet. Prüfe das Ergebnis, leg ein Testbild in den Ordner und sieh nach, ob es richtig verkleinert und einsortiert wird. Fang bewusst klein an: eine überschaubare Aufgabe, die du gut kennst, ist der schnellste Weg zu verstehen, was möglich ist.

Kurz zum Datenschutz: „Lokal” bezieht sich auf deine Dateien, die bleiben auf deinem Rechner. Was du Claude Code beschreibst und die Datei-Inhalte, die für die Aufgabe nötig sind, werden zur Verarbeitung an Claude übertragen (Server in den USA). Für interne oder sensible Daten solltest du das im Hinterkopf behalten und im Zweifel nur mit unkritischen Dateien arbeiten.

Das war’s: Du hast Claude Code eingerichtet und dein erstes eigenes Tool gebaut, ganz ohne Programmierkenntnisse. Ab hier ist die Frage nicht mehr „Wie geht das?”, sondern „Welcher wiederkehrende Handgriff aus deinem Alltag ist als Nächstes dran?”.

KI im Unternehmen, ohne Bastelei

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